Zufall oder sinnvolle Koinzidenz?

Nach meinem letzten Blogpost der Kategorie “Auf der Suche” zum Thema Freiheit, den Experimenten materialistisch denkender Neurowissenschaftler und deren Argumentation, weshalb es keinen freien Willen gibt und wir nur wie Marionetten ausführen, was vorher schon in unserem Gehirn ablesbar ist, stieß ich auf das Buch “Der Wissenschaftswahn” von Rupert Sheldrake. Na, ich sag´ mal so: Es lag schon in meinem noch zu lesenden Bücherstapel und ich dachte mir, das könnte ich jetzt mal lesen.

Wieder genau der richtige Zeitpunkt

Und wie schon so oft, finde ich es höchst interessant, dass meine Lektüreauswahl fast spukhaft sinnvoll stattfindet. Nicht nur, dass Sheldrakes Buch genau zum Thema passt, sondern auch, weil ich dadurch einen für mich neuen Autor entdeckt habe, den ich momentan mit großer Begeisterung lese. Bisher hörte ich zwar hie und da seinen Namen, wäre aber nie auf die Idee gekommen, er könnte für mich so interessant sein. Dazu ein andermal mehr.

Denken in der Sackgasse

Sheldrakes Buch ist wirklich lesenswert. Er kritisiert unser im 17. Jahrhundert eingeführtes und seither bestehendes materialistisches Weltbild und zeigt Perspektiven auf für ein neues Denken: ein Denken, das so neu gar nicht ist, sondern anknüpft an eine Weltanschauung, die in früherer Zeit ganz selbstverständlich war. Klar ist, dass die Misere, in der wir uns heute befinden, diesem von Sheldrake kritisierten Denken geschuldet ist. Klar ist aber auch, dass wir den enormen technischen Fortschritt genau durch dieses Denken erreichen konnten.

Der Zenit ist überschritten

Wir müssen umdenken. Mit dem seit über 300 Jahren vorherrschenden Denken ist kein weiterer zuträglicher Fortschritt mehr möglich. Nicht nur das beschreibt Sheldrake sehr gut und für jedermann verständlich, sondern auch, dass wir uns in unserem materialistischen Denken im Grunde selbst belügen, indem wir so tun, als hätten wir Dinge geklärt, die in Wirklichkeit so dunkel sind wie eh und je.

“Zur Evolution gehört zwangsläufig beides, Kreativität und Wiederholung.”
“Das Schöpferische ist deshalb so geheimnisvoll, weil es neue Muster hervorbringt, die es so noch nicht gab.”
Kurzum, das neue Muster wurde nicht erzeugt oder geschaffen, sondern war immer als Potenzial vorhanden und wird nur jetzt manifestiert.”
(Rupert Sheldrake, S. 143/144)

Obsolete Objektivität

Was mir an Sheldrake u.a. besonders gefällt, ist, dass er auch diese vermeintlich so unerlässliche Objektivität der Wissenschaften, insbesondere der Naturwissenschaften in den Blick nimmt. Kein Mensch der Welt – und sei er noch so schlau, Nobelpreisträger oder welch eine Koryphäe sonst – kann einen Vorgang rein objektiv, außerhalb von allem stehend betrachten. Denn wir selbst sind immer in jede Erkenntnis involviert; ohne uns gibt es überhaupt keine Erkenntnis, weswegen Erkenntnis immer auch subjektiv ist. Die viel beschworene reine Objektivität gibt es schlichtweg nicht und sie ist auch überhaupt nicht wünschenswert. Im Gegenteil: mit unserer Art, anderes und andere (!) um uns herum als Objekte zu betrachten, haben wir den katastrophalen Zustand der Welt überhaupt erst hervorgebracht.

Alles mit allem in Beziehung

Hier sehe ich auch eine sehr ergiebige und wünschenswerte Verbindung zu Gerald Hüthers Aussagen und der uns ans Herz gelegten Aufforderung, uns gegenseitig als Subjekte zu begegnen. Ich bin überzeugt: nicht nur unseren Mitmenschen, sondern auch unserer gesamten Umwelt gegenüber müssen wir umdenken und begreifen, dass wir alle in einem großen Zusammenhang stehen; dass wir alle mit allem in Beziehung sind und ein Denken wie bisher nicht nur Unglück, sondern den Untergang bringt – jedenfalls für das eine Wesen, das es nicht kapiert hat: der Mensch.

Meine Buchempfehlung:

“Der Wissenschaftswahn. Warum der Materialismus ausgedient hat”, Rupert Sheldrake

Hinweis:
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