Wellen, die mich weitertragen

Manchmal bin ich stark am Zweifeln, was mein Tun rund um Mandalavision betrifft. Es begleitet mich nun schon so lange. Allerdings zähle ich vor allem die Jahre, seit ich mit meiner Homepage online ging und das Ganze nicht mehr nur im privaten Kämmerlein betreibe. Das ist nun 7 Jahre her. 2013 gab es meine erste Homepage und parallel dazu meinen ersten Blog bei einem der gängigen Bloganbieter.

Immer noch seltsam

Für mich ist es immer noch ein seltsames Gefühl, wenn mir zwischendurch bewusst wird, dass mein Blog ja wirklich für jeden Menschen sichtbar und lesbar ist. Das Internet ist ein merkwürdiges Medium: einerseits befüllt man es so ganz für sich allein zuhause und andererseits ist es dann mit einem Click für die ganze Welt sichtbar. Zwischendurch dachte ich mir oft, ich stelle jetzt alles offline und lebe wieder nur zurückgezogen. Aber oft bekomme ich genau in diesen Phasen sehr positive Rückmeldungen zu meinen Texten und meinem Tun und mir wird klar, dass es anderen so gehen kann wie wir, wenn ich Seiten und Texte entdecke, die mich inspirieren. Das hat mich bisher dann doch immer wieder motiviert weiterzumachen. All das gehört mittlerweile ja auch zu mir und würde mir fehlen.

Darf´s ein bisschen mutiger sein?

Dann gibt es Phasen, da wäre ich gerne mutiger und würde mehr noch von dem schreiben, was mich wirklich bewegt, was ich für mich die letzten Jahre entdeckt habe und was mich vorwärts “zieht”. Aber da sind so viele Bedenken und warum sollte das überhaupt jemanden interessieren? Andererseits staune ich manchmal nicht schlecht, wie privat andere von sich berichten und damit gar nicht auf Ablehnung stoßen, sondern im Gegenteil: so manch einer spricht mit seiner Offenheit den anderen aus den Herzen oder sorgt für Erleichterung, dass es endlich mal jemand ausspricht. Gleichzeitig sind wir aber auch überschwemmt von persönlichen Bekenntnissen und Berichten, die früher wirklich nur im aller privatesten Umfeld geteilt wurden.

Mandalavision wächst zusammen

Nach einer Zweifelphase kürzlich mache ich nun wieder die Erfahrung, dass mich eine Idee gerade wie eine Welle ein Stück weiter trägt. Als ich letzte Woche ein neues Mandala gezeichnet hatte, hatte ich beim Colorieren plötzlich diese Idee, die ich fantastisch finde. Während ich ein paar Tage zuvor noch an allem zweifelte, ob mir nicht selbst meine eigene Kunst zu eng geworden sei, hat sich mir jetzt wieder eine Sicht eröffnet, die diese Enge überwindet. Die Kunst ist nicht die Kunst, sondern ob man mit ihr wächst und (s)einen Weg geht. Entscheidend ist nicht, wieviel Dynamik in der Kunst sichtbar ist, sondern wie dynamisch sie fürs eigene Leben ist. Mit Freude stelle ich also in regelmäßigen Abständen fest, dass Mandalavision ein wachsendes Gebilde ist; ganz analog zur Mandalastruktur, die aus sich heraus wächst. Momentan gewinnt das Bild an Klarheit und ich hoffe, ich finde den Mut, diesen Weg konsequent zu gehen. Vielleicht hat es auch weniger mit Mut zu tun als mit Vertrauen: dem Vertrauen, dass mich diese Wellen ans Ziel tragen.