Stille bunte Ressourcen

Das vergangene Osterwochenende wird uns wohl allen als ganz besonders in Erinnerung bleiben – hoffentlich nicht wirklich traurig. Ich denke, solange wir gesund bleiben, ist dies jetzt sogar eine Chance umzudenken und Weichen neu zu stellen.

Ostern im neuen Outfit

Bei mir war das Highlight, mit meinem Schwesterherz den ersten Kaffee im frühlingshaften Garten zu trinken, uns mal wieder “live” zu sehen und beim Fotografieren und Filmen Spaß zu haben. Denn: ich wollte ja unbedingt noch Fotos für Euch vom zweiten Stoffdesign machen.

Ich hab´ den Süden einfach hergeholt

Als ich dann gestern Abend die Fotos nochmal sichtete (auf Instagram gibt es seit Ostern schon welche zu sehen), musste ich über das folgende Trio schmunzeln, denn obwohl ich weiß, dass ich “nur” vorm Gartenhaus sitze, habe ich selbst beim Betrachten jedes Mal das Gefühl, ich war endlich mal in Griechenland im Urlaub! Ich sehe so sommerlich aus, die Farben wirken, als säße ich direkt vor einer griechischen Taverne am Meer in der Sonne; was vielleicht auch daher kommt, dass ich zuhause im Alltag solche Kleidung normalerweise nicht trage. Ich denke, ich sollte das ändern.

Leben und leben lassen

Es mag verrückt klingen, aber diese Stoffprojekte machen mich glücklich. Nicht nur, weil es mich froh macht, mein eigenes Design anziehen zu können, sondern auch, weil ich es wirklich mit gutem Gewissen anziehen kann. Mit den meisten Kleidungsstücken ist das ja nicht mehr möglich, weil sie aufgrund der gewachsenen Wirtschaftsstrukturen Ungerechtigkeit und Ausbeutung förmlich mit eingenäht haben. Wenn man also nicht völlig gedankenlos ist, trübt das die Freude am Kauf gewaltig und Verdrängen ist das Einzige, was hilft. Diese Kleidungsstücke aber darf ich ungetrübt und voller Lebensfreude tragen. Hier haben nicht vor allem Verwaltungs-, Logistik- und Marketing-Leute verdient, sondern die, die es wirklich gefertigt haben.

Und selbst, wenn auch ich noch ein paar Euro daran verdienen würde, wären diese Kleidungsstücke immer noch zu einem Preis erhältlich, der den aus dem Kaufhaus nicht wesentlich übersteigt. Wir wissen ja alle, dass auch teure Designer-Marken oft billigst von denen produzieren lassen, die kaum ihre Familien damit ernähren können. Alles immer mit der scheinheiligen Argumentation, wir Europäer ermöglichten ihnen damit überhaupt ein Einkommen. Hätten wir Europäer uns damals nicht zu Kolonialmächten erhoben, kämen all diese Menschen heute in ihren Ländern wahrscheinlich besser zurecht; nach ihrer Façon, die nur anders, aber nicht unbedingt schlechter oder falsch wäre.

Lieber weniger mit gutem Gewissen

Für mich steht fest, dass es besser ist, ein Oberteil mit gutem Gewissen als drei mit schlechtem Gewissen im Schrank zu haben. Ich werde meinen vergleichsweise eh schon geringen Konsum nochmals reduzieren und auf Second Hand umsteigen, wo möglich. Dass Modehersteller angesichts von Corona den eh schon Ärmsten der Welt die Verträge und Ankäufe aufgrund “höherer Gewalt” kündigen, ist eine Schande. Diese weltweite Krise bringt alle Ungerechtigkeiten und Missstände der Welt nochmal überdeutlich ans Licht. Sicher, man kann auch jetzt feste die Augen zudrücken und darauf warten, endlich wieder shoppen und feiern zu gehen. Kann man, muss man aber nicht.

Stay tuned!

Es werden auf alle Fälle weitere Stoffdesign-Projekte folgen und beim nächsten möchte ich Euch etwas mehr zur Entstehung und meinen beiden Umsetzungspartnern berichten. Bis dahin, bleibt gesund!

Stoffdesign: Mandalavision
Stoffdruck: Stoffschmiede
Genäht von: Die Landgräfin

♥ Hinweis: ♥
Werbung in diesem Blogpost zwangsläufig,
weil wir Kreativen unsere Ideen eben am besten gemeinsam umsetzen.
Alles made in Germany – artgerecht, nachhaltig und das Handwerk unterstützend!