Können wir wollen, was wir wollen?

In regelmäßigen Abständen frage ich mich, wieso ein jeder von uns sein Leben so und nicht anders lebt, obwohl wir uns durchaus manchmal wünschen, manches anders zu machen bzw. gemacht zu haben. In der Regel sagen wir: Ich hätte ja anders gehandelt, wenn ich nicht durch diesen und jenen Umstand gezwungen oder gehindert worden wäre. Hätte, wäre, könnte… Und doch bleibt immer wieder die Frage: Ist der Mensch frei im Gegensatz zu allem anderen in der Natur?

Eine altbekannte Frage

Mit dieser Frage haben sich schon viele Philosophen beschäftigt. Und so wollte ich endlich mal wieder was Gutes lesen. Ich dachte an Schopenhauers “Die Welt als Wille und Vorstellung”, las die Einleitung und den Hinweis, man müsse zuerst Kant gelesen haben. Ich zog Kants “Kritik der reinen Vernunft” aus dem Regal – aber mein Wille war zu schwach… Dann sah ich dies Buch, das ich einst geschenkt bekam und da hatte ich ihn, den richtigen Text: “Über die Freiheit des menschlichen Willens”. Eine Preisschrift von Schopenhauer aus dem Jahre 1839.

Alt, aber aktuell

Das Schöne an philosophischen Texten ist: sie sind zeitlos. Zumal selbst moderne Neurowissenschaftler diesem Text z.B. nichts anhaben können, da Schopenhauer schon längst feststellte, was heute für Entsetzen sorgt: Wir sind nicht frei. Wir meinen es nur, weil wir tun können, was wir wollen. Doch dies ist genau der Punkt, in dem das “einfältige Selbstbewusstsein” nach Schopenhauer irrt.

Sonntagsfrage

Denn die tiefer liegende und eigentliche Frage muss lauten: Können wir auch wollen, was wir wollen? Mit dieser Frage beschäftige ich mich also und studiere Schopenhauers Text, der mich auf seine Art tief beeindruckt und beschäftigt; insbesondere die Aussage: “Durch das, was wir tun, erfahren wir bloß, was wird sind.” (S. 110) Alles aber geschieht notwendig und steht geschrieben wie ein Text, der schon da stand, noch ehe wir ihn lasen.

Ob ich Schopenhauer uneingeschränkt zustimme, das muss ich offenlassen…

Meine Leseempfehlung:

“Über die Freiheit des menschlichen Willens”, Arthur Schopenhauer, marixverlag

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