Eine merkwürdige Veranstaltung

Ich werde wohl nie anders können als mir täglich zu denken, welch merkwürdige Veranstaltung das Leben doch ist. Ich kann mich zwar wirklich nicht beklagen, bin dankbar, dass ich ein Leben wie meines leben darf und kann. Es ist mir aber auch bewusst, dass es weder selbstverständlich noch sicher ist, dass dies immer so bleiben wird. Also genieße ich, was zu genießen ist und verfolge, was sonst so alles um mich herum passiert.

Die Frage nach dem Schicksal

Und immer wieder taucht dann mal die uralte Frage auf: Gibt es ein Schicksal? Ist uns vorherbestimmt, was wir erleben dürfen oder müssen? Haben wir die Fäden selbst in der Hand oder ist das Illusion? Können wir verhindern, dass uns etwas zustößt oder sind wir letztendlich einem verborgenen Drehbuch ausgeliefert? Leben wir besser, indem wir es zu durchschauen suchen oder indem wir die Frage verdrängen und einfach so tun, als wären wir Herr im eigenen Hause?

Nichtwissen ist auch eine Form von Wissen

Die einzig mögliche Antwort darauf ist wohl, dass wir es nicht wissen. Weder, ob wir irgendwas selbst bestimmen können noch, ob wir wissen, wer wir selbst überhaupt sind. Es kommt mir vor, als wäre das Leben, das mich bewegt und täglich antreibt, mein treuester Verbündeter und zugleich die rätselhafteste, hinterhältigste Figur, die ich mir denken kann. Ich bin mir selbst fremd und gleichzeitig der einzige Mensch, den ich wirklich kenne.

Die Form auf dem Papier

Manchmal denke ich mir: Was mir am vertrautesten, am liebsten und am sichersten ist, sind diese Formen auf Papier, die aus meiner Hand entstehen. In gewisser Weise ist es mir zwar dasselbe Rätsel – zeichne ich diese Formen oder verwenden die Formen mich, um zu erscheinen? -, aber ein schönes Rätsel, das mir die Geborgenheit gibt, die ich sonst oft vermisse.