Wie die Zeit vergeht…

Kaum zu glauben, dass wir heute schon wieder den 19. November haben! Das Jahr 2018 geht seinem Ende zu und ich frage mich wieder mal, wozu der Ablauf der Zeit eigentlich dient? Wieso sind wir hier und wieso hasten und hetzen sich Millionen von Menschen in Großstädten ab auf der Suche nach – ja, nach was eigentlich?

Zuhause ist alles, was ich brauche

Ich selbst stelle momentan jeden Tag fest, dass ich zuhause alles habe, was ich brauche – okay, eine „Sache“ ist noch nicht optimal, aber ansonsten kann ich den Satz durchaus so stehen lassen. Obwohl ich manchmal gerne wieder zwischen bunten Fischen schnorcheln würde, zieht es mich nicht sonderlich in die Ferne. Wenn ich etwas vermisse, dann das besondere Naturerlebnis im hellen, klaren (seichten sicheren) Wasser, das allerlei Schönheiten offenbart und mich inspiriert. Das Gewimmel der fremden Menschen, Sprachen und Gerüche vermisse ich nicht. Diese Eindrücke empfinde ich nur alle paar Jahre als Bereicherung – vor allem, weil ich danach wieder umso glücklicher zuhause bin.

Warum immer auf Reisen?

Bei meiner gerade wieder begonnenen C. G. Jung-Lesereise bin ich auf eine Bemerkung Laurens van der Posts gestoßen, die ich sehr interessant finde. Van der Post schreibt, dass für Jung in der Neigung der Europäer, immer mehr zu reisen, ein Element des Ausweichens lag. Für Jung waren Reisen zu einem bestimmten Zweck unschätzbar wertvoll, aber im Reisen um des Reisens willen sah Jung den Ersatz für eine schwierigere und dringlichere Reise: die Reise ins unbekannte Universum seiner selbst.
(C.G. Jung, der Mensch und seine Geschichte, Laurens van der Post, Diogenes Verlag, Seite 83).
Meine Reisen gehen schon immer mehr nach innen und ich kann bestätigen, dass dort unbekanntes Land auf uns wartet. Ich habe die letzten beiden Jahre soviel entdeckt und freigelegt, dass ich damit vermutlich den Rest meines Lebens beschäftigt bin und eines sicher weiß: Am Ende meines Lebens werde ich ein komplett anderes Weltbild haben als das, welches ich zu Beginn meines Lebens in meinem Umfeld vorgefunden habe.

Meine liebstes Reisesouvenir: Kreativität

Momentan habe ich das Gefühl, in allen möglichen Belangen wieder zurück zu den Wurzeln zu gelangen, allerdings aus einem völlig neuen Blickwinkel. Ob es Gefühle sind, die lange verschüttet waren oder meine Vorliebe, zuhause einfach kreativ vor mich hinzuwerkeln. Die für meine Verhältnisse exzessiv extrovertierte Phase hat ihren Höhepunkt überschritten. Es mag sein, dass auch das sich irgendwann wieder seinen Weg bahnt, aber momentan bin ich wieder ein klassisch introvertierter Mensch.