Verregnete Sommer-Lese-Tage

Ich glaube, letztes Jahr im Sommer – vielleicht sogar ziemlich um die gleiche Zeit, ja tatsächlich, siehe meinen Eintrag „Kleine Schaffenspause“ – regnete es auch und die Temperaturen fielen in den Keller. Grade eben runzle ich die Stirn und denke mir: ein Déjà-vu? Auch vergangenes Wochenende habe ich viel geschlafen und auch gemalt.

Regenwetter-Liebesbekenntnis

Zwar hoffe auch ich, dass der Sommer wiederkehrt, aber ich muss es immer wieder gestehen: ich liebe Regenwetter! Vor allem dann, wenn es draußen so warm ist, dass ich die Fenster offen lassen und das Regenprasseln auf den glänzend grünen Blättern hören kann. Ach, wie ich das liebe! Vorm offenen Küchenfenster sitzen, die Füße auf den Tisch, eine Tasse Tee und ein gutes Buch. Herrlich!

Mit Goethe durch den Juni

Momentan lese ich die fantastische Goethe-Biographie von Rüdiger Safranski. Dieses Buch ist für alle, die sich für Goethe –  oder insgesamt die „Goethezeit“ – interessieren, eine wirkliche Empfehlung! Zwar hatte ich damals in der Kollegstufe zu meiner Facharbeit einiges über Goethe gelesen, aber diese Biographie ist für mich gerade die reinste Offenbarung. Ich bekomme nochmal einen ganz anderen Blick auf Goethe – was vermutlich auch daran liegt, dass ich gute zwei Jahrzehnte älter bin als damals und selbst mehr Lebens- und Leseerfahrung habe. Ich bin direkt froh, dass das Buch so ein dicker Schmöker ist und ich noch mittendrin bin.

MandalavisionSommercollage2017

Muss man selbst lesen…

Ich würde hier am liebsten ganz viel über dieses Buch, Goethe und meine Lieblingsstellen schreiben – z.B. über Goethes Aperçu, das meines Erachtens z.B. mit Keplers „Aufleuchten der Seele“ oder Heisenbergs „Verbindung zur Mitte“-Erlebnis übereinstimmt. Aber nachdem mir ja immer wieder mal gesagt wird, dass man meinen Gedankengängen nicht folgen kann, fange ich damit hier erst gar nicht an. Rüdiger Safranski schreibt jedenfalls ganz vorzüglich. Es ist ein unglaublicher Genuss, in Goethes Leben und Denken einzutauchen. Goethe war mir schon immer sympathisch, mit diesem Buch aber bekenne ich mich endgültig zur Goethe-Liebhaberin. Und einen Satz, über den ich mich köstlich amüsieren kann – vielleicht, weil ich mich darin irgendwie wiedererkenne? -, möchte ich hier doch zitieren: „Was die Wissenschaft betrifft, worin Goethe Halt suchte, so bereitete sie ihm ein unerschöpfliches Vergnügen. Wenn ihm die Leute mit politischen Nachrichten und Meinungen kamen, erzählte er ihnen einiges über die Eingeweide des Frosches oder die Anatomie der Schnecke.“ (S. 383)

Meine Buchempfehlung für Sommer-Lesestunden: