Rot und Blau

Wenn ich „Rot und Blau“ höre, denke ich automatisch an „Kasperls Frau“. Ein Beweis, wie sehr sich manche Sätze und Sprüche aus der Kindheit in unser Hirn einbrennen. Bei mir kommt dann noch die Erinnerung an ein Foto, auf dem ich eine weiße Bluse mit blauer Weste und blauem Rock, dazu knallrote Kniestrümpfe anhabe, und mich frage, wie meine Eltern mich so anziehen konnten? Vermutlich war das damals aber modisch, und außerdem mochte ich Janosch´ Buch „Die Maus hat rote Strümpfe an“ – also was soll´s? Sicherlich aber ein Grund, warum ich Rot und Blau meide oder jedenfalls gemieden habe. Denn seit letztem Jahr taucht diese Farbkombination ab und zu bei meinen Mandalas auf. Und vielleicht kaufe ich mir demnächst mal dicke rote Kuschel-Strümpfe für den blau-kalten Winter…

Intensiver Kontrast der Gefühle

Ich finde, das ist ein sehr intensiver Kontrast der beiden Farben, die gefühlsmäßig nicht gegensätzlicher sein könnten. Kaltes Blau trifft auf warmes bis hitziges Rot. Beim Malen meines letzten Mandalas konnte ich richtig fühlen, wie dieser Kontrast die innere Spannung in mir abbildet und beim Anschauen auch hervorruft. Es war mir richtig unangenehm hinzusehen. Gleichzeitig aber auch so ein Gefühl von „das muss raus!“; so ein Gefühl von „ich muss dieses widerliche Gefühl aushalten, damit ich es endlich hinter mir lassen kann“. Diese Wirkung verschwand allerdings, nachdem ich die weißen Linien gezogen hatte, die den Kontrast erheblich abmildern.