Neuigkeiten aus dem Naturkundemuseum

Gestern war ich auf der Mitgliederversammlung der Freunde und Förderer des Museums Mensch und Natur, um mir einen Rückblick aufs Jahr 2018 anzuhören, Geplantes für 2019 und auch den momentanen Stand der Planungen für das neue, vergrößerte Naturkundemuseum BIOTOPIA. Es stehen große Veränderungen an, die den meisten Münchnern aber noch gar nicht so richtig zu Bewusstsein gekommen sind.

Geht dieses Jahr noch ins Museum Mensch und Natur!

Ich lege Euch ans Herz, dieses Jahr nochmal oder auch das erste Mal ins Museum Mensch und Natur zu gehen, da es das Museum in dieser Form ab dem Frühjahr 2020 nicht mehr geben wird. Es steht dann eine mehrjährige Schließzeit mit Übergangsphase und BIOTOPIA Lab im Botanischen Garten an, bis das neue Museum voraussichtlich 2025 öffnen kann. Deshalb ist jetzt die Gelegenheit, das – mir so vertraute und liebgewordene – Naturkundemuseum im Schloß Nymphenburg nochmal zu besichtigen und die Veränderung mitzuerleben, die sich in vollem Ausmaß erst zeigen wird, wenn BIOTOPIA seine Pforten öffnet.

Das Alte loslassen, Neues willkommen heißen

Ich gebe zu, dass ich dazu neige, an Liebgewordenem festzuhalten; insbesondere, was diese Themen betrifft. Das Museum Mensch und Natur hat – ich gebe es zu – in gewisser Weise etwas Antiquiertes. Und gerade das mag ich persönlich. Ich mag die Schaukästen und Dioramen, die – das sollte man auch mal explizit betonen – hervorragende Handwerksarbeit sind; mit Herzblut und Liebe für das zu zeigende Objekt angefertigt. Ich mag auch ganz besonders den großen Raum für Kinder, in dem verschiedene Stationen aufgebaut sind, um das eigene Naturkundewissen zu testen. Setzt Euch auch als Erwachsene mal in Ruhe vor diese Stationen – am besten dann, wenn Ihr den Kindern den Platz nicht wegnehmt – und testet Euer Wissen. Ich wette, Ihr werdet staunen, was Ihr alles nicht wisst.

In manchen Dingen bin ich konservativ – oder vielleicht einfach alt mittlerweile?

Wovor mir ein bisschen graut in Gedanken an so ein neues Museum, ist, dass es vielleicht zu sehr digitalisiert wird und überall Bildschirme leuchten und flimmern, permanent alle möglichen Filme und Töne abgespielt werden und sich tausend Touristen wie ferngesteuert mit ihren Audioguides durch die Räume schieben. Denn was für mich Bildung bzw. die Qualität eines Museums ausmacht, ist auch Ruhe, Zeit und Offenheit für den Mitmenschen – den man mit Ton im Ohr und Fixierung auf das nächste Objekt nicht mehr wahrnimmt (geschweige denn mit interaktiven Apps, bei denen jeder nur noch auf sein Smartphone glotzt – nein danke…). Es ist für mich eine grauenhafte Vorstellung, das neue Museum könnte nur noch Eventcharakter haben, um möglichst viele Besucher anzulocken. Ja, natürlich, Besucher braucht ein Museum, es lebt davon! Aber ein Museum sollte in meinen Augen eine Qualität haben, die etwas Besonderes ist. Und in unserer lauten, ständig beschallten und bespaßten Welt sollte meines Erachtens gerade in einem Museum auch Zeit und Ruhe sein, die Exponate auf sich wirken zu lassen. Lieber Kinderlachen und begeisterte Gespräche, auch mal ein zufälliges ins Gespräch kommen mit dem Besucher neben einem, als digitale Töne und Bilder in jedem Raum, von jeder Wand, die keinen Raum für das echte Leben, um das es in BIOTOPIA ja gehen soll, lassen. Ich finde, wir sollten dieser ständigen Reizüberflutung eher gegensteuern, als sie noch zu fördern. Aber vielleicht bin ich auch da wieder mal ein Außenseiter, kann gut sein.

Vorfreude und Neugier auf das Neue

Ich muss aber sagen, insbesondere nach dem Update, das ich gestern Abend bekommen habe: Ich freue mich jetzt auf all die spannenden Entwicklungen und bin sehr gespannt, wie das neue, große Museum letztendlich dann aussehen wird.

Alle Infos zu den Naturkundemuseen, die jetzt wie zwei wirken,
aber zukünftig eines sein werden:

Museum Mensch und Natur
BIOTOPIA