Nachtrag zum Vortrag

Bei meinem Vortrag zur Eröffnung der Schreiberlebniswelt im Mundart-e e.V. hat meine Schwester gefilmt und so könnt Ihr bei Interesse hören, was ich zur Entstehung meiner Mandalas und zur Verbindung von Handschrift und Mandalas ausführte.

In der Aufregung vergessen

Für mich selbst ist es natürlich merkwürdig, mich reden zu hören und zu sehen. Vor allem, weil mir währenddessen schon bewusst war, dass ich irgendwann meinen roten Faden verloren hatte und dann einen mir wichtigen Punkt vergessen, dafür anderes wiederholt hatte.

Vom Nichtstun und Ziele erreichen

Ich denke, dass wir gerade im Nichtstun oder im absichtslosen Tun, das nicht auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet ist, offen sind für den großen Zusammenhang, in dem wir stehen. Wenn wir etwas tun, um etwas Bestimmtes zu erreichen – womit wir leider die meiste Zeit verbringen, vornehmlich, um Geld und einen gewissen Status zu erreichen -, sind wir immer auf unsere Einzelheit konzentriert. Es ist, als wanderten wir auf einem Weg stur vor uns hin, das Ziel im Blick, ohne die Landschaft um uns herum wahrzunehmen. Was auch immer passiert, während wir auf dem Weg sind, wir verpassen es. Am Ende, am letzten Ziel, wenn wir Abschied nehmen müssen von diesem Leben, merken wir, dass wir es verpasst haben das Leben, weil wir unser Ziel erreichen wollten. Das ist sinnlos, auch wenn uns vermittelt wird, Nichtstun oder absichtsloses Tun sei sinnlos.

Offen Sein für den großen Zusammenhang

Sich auf den Weg zu machen und offen zu sein für die Landschaft, für das, was um uns herum geschieht und wovon wir Teil sind, eröffnet einen ganz anderen Blick auf das Leben. Womöglich bemerken wir einen Seitenpfad, der uns zwar vom geplanten Weg abbringt, uns aber zu einem Ziel führt, das wir rückwirkend als unser eigentliches Ziel erkennen. Diese Art des Lebenswegs setzt voraus, dass wir offen sind für den großen Zusammenhang, in dem wir leben.
Beim Nichtstun oder absichtslosen Tun sind wir offen für den großen Zusammenhang, so meine These. Wir sind bei uns und damit bei der Welt. Wir spüren uns und spüren die Welt. Handschrift und Zeichnungen können entweder einfangen, was wir im Nichtstun gefunden haben oder was wir finden, während wir schreiben oder zeichnen, ohne einem bestimmten Ziel hinterher zu jagen.

Sichtbare Zeichen für das, was „dahinter“ steht

(Hand)Schrift und Mandalas sind Zeichen und Symbole für das, was eigentlich unsichtbar ist; für den großen Zusammenhang. Das ist meines Erachtens die Verbindung von Handschrift und Mandalas. Und das wollte ich am Samstag eigentlich sagen. Ich habe es jetzt nachgeholt.