Lebenswunder Weihnachten

Obwohl wir noch mitten im Alltag sind, sind es nur noch zwei Tage, dann ist Heilig Abend. Die Geburt Christi, ein christliches Ereignis, dessen Bedeutung sich mir aufgrund der kirchlichen Texte nie so recht erschlossen hat. Es war mir als Kind auch immer ein Rätsel, wieso in der christlichen Tradition das schreckliche Symbol eines Gekreuzigten in den Wohn- und Schlafzimmern hängt. Ich konnte mich nie damit abfinden und habe oft Erwachsene gefragt, wie das zu verstehen und zu deuten sei? Eine befriedigende Antwort bekam ich nie, nur den Satz „Der Glaube beginnt da, wo der Verstand aufhört.“ Kann es das sein? Nein.

Verstehender Glaube

Jetzt, älter geworden, sehe ich es so, dass Christus ein Symbol für das Wunder des Lebens ist. So ist das Weihnachtsereignis für mich stellvertretend für jedes Kind, das auf die Welt kommt und das Potential hat, die Welt mit zu verändern, indem es sich anders verhält und für Menschlichkeit einsteht. Denn wir brauchen nicht 2.000 Jahre rückwärts gehen, sondern haben jetzt und hier immer die Möglichkeit zu entscheiden, welchen Weg wir gehen: den des Lebens und der Liebe oder den versteinerten, in alten Mustern gefangenen, der das Leben bereits im Leben abtötet.

weihnachtsmandala

Das Wunder des Lebens selbst

Für mich ist Weihnachten der Aufruf, sich dieser ungeheuerlichen Tatsache bewusst zu werden, welches Wunder es ist, dass Leben durch unsere Adern fließt und wir unser Leben mit Verstand und Tatkraft gestalten können. Es ist jedem selbst überlassen, dies zu tun – oder es jedenfalls zu versuchen, wo es ihm möglich ist. Und die Sache mit dem Kreuz sehe ich mittlerweile so: Leben erfüllt sich dann, wenn wir uns unserer Sterblichkeit bewusst werden – denn dann, spätestens dann wird uns unser Leben unendlich wertvoll!

Glaubender Verstand

Und weil ich gerade mal wieder soviele wunderbare Texte von Physikern lese – Buchempfehlungen folgen im neuen Jahr -, möchte ich hier noch folgendes schöne Zitat ergänzen:

„Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:
entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so,
als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.“
Albert Einstein