Hochzeitsmandala

Ich weiß nicht, ob es Hochzeitsmandalas gibt, aber eines gibt es jetzt definitiv.
Im Juli hat mich nämlich die Anfrage erreicht, ob ich auch ein Hochzeitsmandala anfertigen würde? Darüber musste ich dann erst mal nachdenken, denn wie sollte das gehen? Meine Mandalas entstehen ja immer spontan, ohne dass ich das Ergebnis vorab genau in dieser Form beabsichtige. Was ich aber anbieten konnte, war, dass ich mich nach einem bestimmten Farbwunsch richte und Namen und Datum dann mit einbinde. Auf das wie sonst auch unvorhersehbare Ergebnis, was das Aussehen des Mandalas betrifft, müsste sich die Auftraggeberin aber einlassen. Das schlug ich so vor.

Zwei Namen, ein Datum, ein Zitat

Und tatsächlich bekam ich den Auftrag. Als Vorgabe bekam ich die beiden Namen, Hochzeitsdatum, ein Zitat und die Wunschfarben genannt mit dem Hinweis, meine Auftraggeberin stelle sich diese Farben schön sonnig vor. Außerdem sollten noch die beiden Eheringe abgebildet sein. Zur Inspiration bekam ich ein Urlaubsfoto des verliebten Paars. Diese Angaben hatte ich dann im Kopf und ließ alles erst mal wirken innerlich.

Ideen müssen reifen

Eine Weile lang trug ich dann den Auftrag nur in meinem Kopf mit mir herum. Als ich eine ungefähre Vorstellung hatte, wie ich die Schrift mit einbeziehe, zeichnete ich als erstes ein Mandala in gewohnter Manier – freihand und wie es gerade daherkam -, nur etwas größer (15 x 15 cm). Spannend wurde es erst jetzt, denn nun kam der eigentliche „Auftragsteil“: die farbliche Gestaltung und Einbeziehung der Schrift ins Mandala.

Andere Farben als sonst

Beim Malen war es eine interessante Erfahrung, Farben zu nehmen, die ich in dieser Kombination ohne großen Hell-Dunkel-Kontrast bisher nicht genommen hatte. Auch dachte ich mir beim Malen immer: Nicht dunkel werden! Sonst male ich ja einfach so vor mich hin, die Farben kommen und gehen wie meine Stimmungen. Wirklich interessant war, dass ich – als das Mandala fertig coloriert war -, dass ich selbst viel Sonne und Wärme spürte und an Thailand erinnert war: an die bunten Longtail-Boote, die bunten kleinen Altäre, die überall an den Straßen auf Ko Samui stehen und das Urlaubsgefühl von Sonne und Meer.

Graphisch mit schwarzen Konturen

Da ich die Schrift in schwarz mit einem Tuschestift ergänzen wollte, entschloss ich mich auch für schwarze Konturen und eine insgesamt etwas graphischere Variante für dieses Mandala. Den Schriftzug entwarf ich mit Inspiration eines Schriftenbuches und schrieb ihn auf ein Transparentpapier. Dann pauste ich die Schrift auf das fertige Mandala, um sie mit Tuschestift nachzuziehen. Ich arbeitete bei den Konturen und der Schrift sehr konzentriert, denn auch wenn es heutzutage für fast alles eine „Rückgängig-Taste“ gibt: für´s Handwerk und das Leben gibt es die nicht! Es musste also jeder Strich sitzen.

Auftragsziel erreicht

Als das Hochzeitsmandala fertig war, kümmerte ich mich noch um Rahmen und Passepartout, um es geschenkfertig zu übergeben. Auf die Übergabe war ich sehr gespannt, denn es war ja ein Auftrag, bei dem vorher niemand wusste, wie das Ergebnis aussehen würde – und ob es überhaupt gefällt! Umso glücklicher war ich, dass es sehr gut gefallen hat: sowohl der Auftraggeberin als auch dem Brautpaar (wie ich mittlerweile erfuhr). Ich hoffe, dass das Mandala die beiden ein Leben lang begleiten und Energie & Lebensfreude spenden wird. Für den Blogpost zu diesem sehr persönlichen Mandala erhielt ich freundlicherweise die Genehmigung. Vielen Dank!