Geliebte Naturkunde

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, weiß, dass ich Mitglied im Förderverein des Museum Mensch und Natur bin. Damals auf meinem Blogspot-Blog gab es dazu mehrere Artikel: über die jährlichen Ausflüge mit dem Förderverein und eine dadurch möglich gewordene Fossilien-Grabung im Steinbruch mit dem Naturkundemuseum Bamberg, bei der ich vier Tage mithelfen durfte und absolut begeistert war. Noch heute ist es eins meiner schönsten Erlebnisse! Ich hatte das Gefühl, ich bin voll in meinem Element und war Tage danach noch ganz „high“ davon. Leider habe ich es die Jahre darauf nicht mehr geschafft, dabei zu sein, was ich sehr bedaure.

Kunstwerk Fossil

Kürzlich war ich wieder beim alljährlichen Fördervereins-Ausflug mit dabei: im Jura-Museum Eichstätt mit anschließendem Besuch im Dinosauriermuseum Altmühltal. Mein erster Ausflug vor mittlerweile bestimmt 10 Jahren war ebenfalls zur Willibaldsburg in Eichstätt. Damals wusste ich noch nicht, dass ich eines Tages selbst beim Aufdecken eines Jahrmillionen Jahre alten Fossils – einer fantastisch erhaltenen Schildkröte – dabei sein würde. Seither faszinieren mich die Fossilien noch mehr und ich sehe sie auch als unübertroffene Kunstwerke. Könnte ich mir ein Gemälde oder ein kunstfertig präpariertes Fossil aussuchen, so würde die Entscheidung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Fossil fallen. Die Natur ist ein Künstler par excellence!

Die Südsee in Eichstätt

Das Jura-Museum Eichstätt in der Willibaldsburg ist ein ganz klassisches Naturkundemuseum, allerdings mit einer Besonderheit: dort gibt es wunderschöne Korallen-Aquarien, die in Ergänzung zu den Fossilien in Stein deutlich machen, wie diese versteinerte Welt damals lebendig aussah. Ich finde es eine bemerkenswerte Idee, die Fossilienfunde um diese Aquarien zu ergänzen. So wird die Brücke zur Jura-Zeit geschlagen, in der die Eichstätter Region ein Korallenriff und voller Leben und Entwicklung war. In einer Führung dazu kann man dann auch erfahren, welche Lebewesen fast unverändert auch heute noch vorkommen. Lässt man sich wirklich auf diese Vorstellung ein, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Plötzlich gewinnen all diese „toten“ Steinplatten eine lebendige Bedeutung.

Dinos im Altmühltal

Nach einem gemütlichen Mittagessen in der Burgschänke waren wir dann noch im Dino-Park. Diese Kombination aus Erlebnispark und Museum ist als Ausflug für Familien ein gelungenes Konzept, bei Kindern Interesse an Naturkunde/-wissenschaft zu wecken. Durch den Park bekamen wir eine interessante Führung und wir staunten mit Vergnügen über die skurrilen Dinos, die überall im Gelände versteckt sind. Wer sich mit Kindern das alles ansieht, sollte ihnen aber auch immer wieder erklären, dass wir nicht wissen können, wie die Dinos tatsächlich aussahen und manches über ihr Verhalten oder Funktionen bestimmter Merkmale wissenschaftliche Spekulation ist.

Fossilien-Ästhetik

In Ergänzung zum abwechslungsreich gestalteten Park im Freien gibt es ein modernes Museumsgebäude, in dem besonders schöne und wertvolle Fossilienfunde ausgestellt sind. Die großzügige, optisch ansprechend gestaltete Räumlichkeit mit dezenter Musik im Hintergrund lädt zur meditativen Betrachtung der Exponate ein. Hier wird ganz besonders deutlich, dass man Natur immer auch als Kunst betrachten kann – wer auch immer der Schöpfer all dessen sein mag.

Shoppen gehört natürlich dazu…

Und als Abschluss (oder Beginn) gibt es natürlich den Museums-Shop. Hier kann sich jeder mit Dino-Utensilien und Urwelt-Phantasien aus Plastik, Stoff und Glibber eindecken. Für Kinder natürlich ein Paradies; für Eltern ein Parcours im Nein-Sagen…

Meine Empfehlungen zum heutigen Blogpost

(aus bildrechtlichen Gründen leider weitgehend ohne Fotos):

Museum Mensch und Natur in München
Naturkundemuseum Bamberg
Jura-Museum Eichstätt
Dinosauriermuseum Altmühltal