Es werden immer (nur) 33% sein

Natürlich frage ich mich beim öffentlichen Aufzeigen meiner Gedanken und Entdeckungen rund um die Fragen, die mich bewegen, was der/die ein oder andere Leser/in dazu wohl denken wird? Aber auch das gehört gerade zu meiner “Neuprogrammierung”, dass ich mir erlaube, nicht auf alle und alles Rücksicht zu nehmen; dass ich die Angst ablege, auf Ablehnung zu stoßen. Wer wirklich fest in seinem Glauben ist, der wird mich verwerfen und sich ohnehin nicht von meinen Gedanken behelligen lassen. Wer dagegen selbst schon immer gewisse Zweifel hatte und den Drang, die vorgegebenen Rahmenbedingungen zu hinterfragen, der wird meine Nachforschungen und die daraus entspringenden Gedanken vielleicht ganz interessant finden.

Everybody´s Darling is everybody´s Depp

Vor ein paar Jahren nahm ich an einem Seminar mit dem Titel “Sich und die eigenen Ideen durchsetzen” teil, in dem – wie sollte es anders sein? – hauptsächlich Frauen anzutreffen waren. In diesem Seminar ging es u.a. auch mal wieder um diese lästigen Glaubenssätze, die in uns allen durch Erziehung, allgemeine Erwartungen und Konventionen wirken. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten Menschen, die ihre Ideen & Projekte nicht erfolgreich umsetzen können, tunlichst darauf bedacht sind, es allen recht zu machen, d.h. von allen gemocht zu werden und um Himmels Willen ja nicht abgelehnt zu werden.
Das Ergebnis: Everybody´s Darling is everybody´s Depp.

33% Zustimmung, egal, was Du in Deinem Leben tust

Interessant fand ich die Aussage der Seminarleiterin, dass, egal, was wir tun, immer folgendes Ergebnis herauskommen wird: 33% finden es gut, 33% ist es völlig egal und 33% finden es schlecht. Diese Zahlen sind angeblich durch Forschungsergebnisse belegt. Die Essenz daraus: Egal, ob man auf alle Rücksicht nehmen will und deshalb mit der eigenen Überzeugung hinterm Berg hält, oder ob man völlig ungeniert seine Überzeugung hinausposaunt, es werden immer 33% gut finden, 33% schlecht und den Rest interessiert es ganz einfach nicht. Klar, mich interessiert auch nicht alles, ich finde manches gut und manches schlecht.

Die Fähigkeit zu spüren, was man selbst wirklich möchte

Das trifft letztendlich auf alles zu, auf Beruf und Beziehung. Was mir in letzter Zeit immer klarer wird: Um die eigenen Überzeugungen oder auch die eigenen Bedürfnisse & Wünsche zu vertreten, muss man sie erstmal spüren und definieren können. Und genau das, glaube ich, haben wir oft schon früh verlernt. Genau aus diesen Gründen: um nicht abgelehnt, verurteilt oder ausgelacht zu werden oder manchmal auch, um nicht abgehoben und überheblich zu wirken. Das Ergebnis: Man wird gar nicht wahrgenommen, weil man so bequem und unauffällig für die anderen ist, sich nichts (zu)traut und wenig tut. Und wenn, dann im Verborgenen, im Kokon der eigenen vier Wände.

Klare Aussagen schaffen klare Verhältnisse

In meinem Leben kann ich immer wieder beobachten, dass ich mich in erfolglosen oder unangenehmen Situationen wiederfinde, weil ich ganz zu Beginn einer Entwicklung keine klare Aussage zu meiner Position mache. Manchmal, weil ich vermeiden will, andere vor den Kopf zu stoßen oder zu enttäuschen, oft aber auch, weil ich selbst nicht spüren kann in der Enge der momentanen Situation, was meine Position eigentlich ist: was ich brauche, was gut für mich ist, was ich erleben und geben möchte oder was ich gar nicht geben kann, selbst wenn ich es gerne möchte. Aus dieser Anfangsunklarheit entwickelt sich dann ein Knäuel an Erwartungen der anderen an mich und erdrückenden Verpflichtungsgefühlen meinerseits, das irgendwann nicht mehr gut aufzulösen ist und zu Enttäuschungen führt. Alles hausgemacht, selbst verursacht aus nur einem Grund: Ich wollte es allen recht machen.

Meine Mandalas sind unabhängig von der Meinung anderer

Merkwürdigerweise ist es mit meinen Mandalas gerade nicht so, mit ihnen wollte ich es niemals einem anderen Menschen recht machen, obwohl sie so gefällig daherkommen, dass ich mit ihnen gar niemanden vor den Kopf stoßen oder provozieren könnte. Mit meiner Philosophie dahinter aber sehr wohl, glaube ich. Denn meine Mandalas lassen keine hierarchischen Gesellschaftsstrukturen zu, geben keinen Anlass, Eltern oder andere Autoritätspersonen auf einen Sockel zu stellen, lehnen die Anbetung eines christlichen bzw. personifizierten Gottes ab und sehen den Menschen wahrlich nicht als Krone der Schöpfung. Das sind, so glaube ich, auch heute für viele noch unangenehme Aussagen, die vielleicht auch abstoßend wirken. Aber nachdem ich mich an dieses Seminar erinnere, weiß ich: Egal, was ich vertrete, es werden sowieso immer nur 33% damit einverstanden sein.