Die Schönheit der Mathematik

Soeben komme ich aus dem Kino und diesen Film liebe ich! „Die Poesie des Unendlichen“ ist ein Film über den indischen Mathematiker S. Ramanujan, der von 1914 bis 1919 mit Godfrey Harold Hardy am Trinity College in Cambridge arbeitete. Ein Film nach echten Begebenheiten – also auch ein Stück Geistesgeschichte -, der ganz wunderbar zeigt, welch westlich-rationale Arroganz Universitäten gegenüber „intuitiv gefundenen“ Erkenntnissen an den Tag legten. Ich glaube, da sind wir heute – 100 Jahre später – nicht recht viel offener. Was erst einmal unmöglich scheint, wird oft als Humbug und Bedrohung der bestehenden Erkenntnisse abgewehrt und abgewertet. Ausgezeichnet die Rede von G. H. Hardy vor dem Komitee der Royal Society – schaut Euch den Film an!

Mathematische Kunst?

Auch Bertrand Russell lehrte damals in Cambridge und von ihm stammt dieser Satz, von dem ich weiß, dass er stimmen muss, obwohl ich Mathematik leider gar nicht verstehe: „Mathematik beinhaltet nicht nur Wahrheit, sondern auch allerhöchste Schönheit“. Wie könnte eine Künstlerin, die im Grunde reine Geometrie aufs Papier bringt, nicht davon überzeugt sein?

Mandala_138

Religion und Wissenschaft – Widerspruch oder Lösung?

Eine große Entdeckung zu diesem Thema im weitesten Sinne ist für mich auch das Buch „Physik & Transzendenz“, herausgegeben von Hans-Peter Dürr. Darin versammelt Dürr großartige Aufsätze – auch für Nicht-Physiker sehr gut zu lesen – von herausragenden Physikern, die sich mit Religion und Naturwissenschaft auseinandersetzen.

Kein geringerer als Erwin Schrödinger äußert sich bezüglich Mystik – wobei er auch Bezug auf Aldous Huxleys Werk „Die ewige Philosophie“ nimmt – folgend: „Aber man muss doch sagen, dass diese Lehre unser westliches Denken wenig anspricht, ihm wenig schmackhaft ist und von ihm als fantastisch und unwissenschaftlich abgelehnt wird. Das beruht darauf, dass unsere – die griechische – Wissenschaft sich auf Objektivierung gründet und sich damit den Weg zu einem angemessenen Verständnis für das erkennende Subjekt, den Geist, versperrt hat. Ich glaube aber, dass hier genau der Punkt ist, in dem unsre gegenwärtige Art zu denken verbessert werden muss, vielleicht durch eine kleine Bluttransfusion vonseiten östlichen Denkens. (S. 115)

Ich bin überzeugt: Die Mandalastruktur ist nicht nur die Verbindung zwischen den verschiedenen Religionen, sondern auch das Verbindungsstück zwischen Religion und Wissenschaft. Wäre ich Mathematiker und/oder Physiker, würde ich meine Intuition zu beweisen versuchen – ich aber bin Künstlerin und brauche zum Glück keine Beweise…

Meine Empfehlungen zum heutigen Blogpost: